Aus der Geschichte von Oberbauerschaft
zusammengestellt von Dirk Oermann

Die meisten Ortschaften der Gemeinde Hüllhorst wurden im 11. und 12. Jahrhundert erstmalig urkundlich erwähnt, ihre Entstehung reicht jedoch viel weiter zurück. Die Ursprünge von Oberbauerschaft gehen dabei im Wesentlichen auf die erste urkundliche Eintragung der Siedlung Beendorf aus dem Jahre 1121 zurück.

 

Weitere Siedlungen waren: Wordinghausen (erste Erwähnung 1251, heute bekannter als Oberhöfen), Niedringhausen (1315), Alingdorf (1393; es gibt Hinweise, dass diese Siedlung bereits 600 Jahre früher im Zusammenhang mit der Babilonie Erwähnung gefunden hat), Kniendorf (1427), und Büschenfelde (Mitte des 16. Jahrhunderts).

 

Diese Siedlungen wurden 1778 zusammengelegt, aus dieser Zeit stammt die erste Erwähnung von "Oberbauerschaft". Über die Entstehung der heutigen Bezeichnung Oberbauerschaft gibt es 2 Theorien: Zum einen könnte sich der Begriff von der südlich gelegenen Ortschaft Stift Quernheim ableiten "Oberberger Bauerschaft" (neben der "Klosterbauerschaft" in der Nähe des Stiftsortes die: „bauerschaft oben am Berg“); zum anderen durch die enge Zugehörigkeit zu Lübbecke als "Überberger Bauerschaft".  

 

Oberbauerschaft gehörte seinerzeit zum Kirchspiel Lübbecke und wurde 1832 aus dem seinerzeit aufgelösten Kreis Bünde in den Kreis Lübbecke eingegliedert. Bis zum Bau der Kirche im Jahre 1898 besuchten die Einwohner die Gottesdienste in der Lübbecker St. Andreaskirche; ein Waldweg nach Lübbecke, der alte bzw. neue Kirchweg und eine eigene Eingangstür sowie eigenes Gestühl in der St. Andreaskirche zu Lübbecke bezeugen noch heute diese historische Besonderheit.

 

Seit 1698 gab es im Bereich Beendorf eine Kapelle, in der bis zur Errichtung der Schule auch Unterricht stattfand. Die Zugehörigkeit zur Kirchengemeinde Lübbecke bestand bis 1969, bevor Oberbauerschaft 1970 selbstständige Kirchengemeinde innerhalb des Kirchenkreises Lübbecke wurde. Einen Friedhof in Beendorf gibt es seit 1839; bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Toten auf dem Kirchhof der Lübbecker St. Andreaskirche beerdigt.

 

Mit der Anlegung des heutigen Lübbecker Friedhofes im Jahre 1837 haben dort einige Niedringhauser Höfe einen eigenen Friedhofsteil erworben, der bis zur heutigen Zeit genutzt wird. Seit 1956 gibt es auch im Bereich Niedringhausen einen weiteren Friedhof. Die Zugehörigkeit zu Lübbecke wird auch heute noch durch die Tatsache deutlich, dass die überwiegende Bevölkerung von Oberbauerschaft der Telefonvorwahl von Lübbecke zugeordnet ist. 

 

Die Schulgründungen in Oberbauerschaft reichen für Beendorf in das Jahr 1888 und für Niedringhausen in das Jahr 1896 zurück. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde überwiegend die Schule in Lübbecke besucht. Dabei führte der Weg über das Wiehengebirge - entweder über den Hilgenstuhl entlang des Kirchweges oder über Horst Höhe. Nach Überlieferungen wird der "Köpperplatz" auch mit dem Begriff "Abschiedsplatz" in Verbindung gebracht, als dort die Oberbauerschafter Schüler nach ihrer Schulzeit verabschiedet wurden. Die heutige Grundschule in Oberbauerschaft besteht seit 1969.  

 

Innerhalb von Oberbauerschaft befinden sich noch heute aufgrund alter - und teilweise noch geläufiger - Bezeichnungen Beziehungen zur damaligen Landesburg Reineberg (1221 bis 1723); so soll sich sowohl auf dem Hilgenstuhl als auch auf dem Köpperplatz die Richtstätte des damaligen Amtes Reineberg befunden haben.

 

 

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